iPad als MFD
Apple’s iPad als MFD
LSZF-LKVO 4.6.2010
LKVO-LSZF 6.6.2010
Ein Flug von Birrfeld nach Prag bietet die Gelegenheit das neue iPad von Apple auf seine Tauglichkeit als MFD zu testen. Als Applications stehen bereits diverse Produkte zur Verfügung. Im Moment hat uns die Applikation AirNav Pro ( www.i-flyte.com ) am besten gefallen. Die Software kostet SFR 41.- ohne europäische ICAO Karten, die heute für Österreich, Belgien und Niederlande (je SFR 41.-) und Deutschland SFR 79.-erhältlich sind. Eine sehr gute geografische Basiskarte ist im Lieferumfang enthalten und dürfte mit der ebenfalls inbegriffenen, überlagernder Luftraumdarstellung den meisten Ansprüchen genügen.
Installation und Download ist einfach,jedoch nur mit einer leistungsfähigen W-LAN Verbindung zu empfehlen, da die zu ladenden Datenmengen beträchtlich sind. Hardwareseitig empfehlen wir Ihnen ein 3 G Modell wegen des überzeugenden, integrierten GPS. Im direkten Vergleich mit einem Bendix AV8OR ace, einem Garmin 296 und dem bordeigenen Garmin 530 hat die Genauigkeit begeistert.
Das Display hat im direkten Sonnelicht Schwächen ist aber überzeugender wie ein normaler Tablet/Slate PC. Die Verwendung auf dem Kniebrett bei voller Einstrahlung und entsprechender Aufheizung schafft das Gerät dann nicht mehr und gibt wegen Überhitzung den Geist auf. Nach 5 Minuten unter dem Luftstrom der Überkopfbelüftung nimmt das iPad von sich aus die Arbeit wieder auf. In der Folge wird es nicht mehr direkt ins Licht gehalten und arbeitet einwandfrei. Es empfiehlt sich auf jeden Fall einen geeigneten Yoke oder Windscreenmount anzuschaffen (www.mountguys.com) zu 90 US Dollar. (Partnumber RAP-B-166-224-1 und RAM-B-121-238U).Die Software erfordert ein wenig Lernaufwand. Wir empfehlen, die 20seitige Einführung (www.i-flyte.com/?page_id=801) durchzuarbeiten. Die Darstellung mit einer moving Map und aktiviertem Flugplan sowie einem HSI Instrument bietet den gleichen, wenn nicht besseren Komfort als die proprietären Produkte der spezialisierten Hersteller für 1000ende von Dollars. Die Lufträume sind auch auf den gratis gelieferten Karten darstellbar wobei der Benutzer entscheiden kann, nur die Räume anzuzeigen, die für seine gegenwärtige Flughöhe relevant sind. Fliegt man nach Low Level Flugrouten sind leider nicht alle Intersections enthalten. Diese lassen sich aber mit einer entsprechenden Low Level Chart einfach einprogrammieren. Ein ausführliches Nearest Menu erlaubt die schnelle Suche nach Flugplätzen, Navigationshilfen und Wegpunkten. Der Touchscreen erlaubt das Antippen eines Flugplatzes, es erscheinen sämtliche relevanten Informationen und Frequenzen und bei Anwahl des Platzes das Bearing und die Anzeige als HSI, VOR Indicator oder ADF. Die Höhe steht jederzeit als digitale oder konventionell analoge Anzeige zur Verfügung. Letztere ist die am wenigsten genaue information, welche das GPS liefert.
Für rund SFR 150.-erhält der Pilot und Apple iPad Besitzer einen Zusatznutzen seines Geräts der konkurrenzlos ist. Wer das Gerät ausschliesslich für die Fliegerei kauft erhält ab Fr. 950.- ein in vieler Hinsicht sehr überzeugendes Cockpit Gadget und vielleicht wird er ja dann auch noch zum apple Fan. Die bereits bestehende Möglichkeit, nicht Geo referenzierte (kein moving map/GPS following möglich) IFR Charts dazu zu kaufen (www.cis-flight.com ) macht das Gerät auch für IFR Piloten (besonders bei Ferienflügen) zu einer abgespeckten Jeppesen Alternative, welche das Ferienbudget spürbar entlastet.
Wir werden das Gerät bei nächster Gelegenheit mit einer weiteren Software testen und darüber berichten.
(c) Kenneth Staub 6.6.2010
